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    Mittellinienverschiebung nach Kopftrauma

    Das Gehirn ist auf natürliche Weise zwischen der linken und der rechten Hemisphäre ausgeglichen. Bei einem Computertomographie-Scan (CT), der von oben auf das Gehirn schaut, verläuft zwischen beiden Seiten des Gehirns eine Rille, die sich auf der Mittellinie zum Körper befindet. Das Rückenmark tritt an der Mittelbasis des Gehirns aus und setzt sich in der Mitte des Rückens fort.
    Eine Mittellinienverschiebung tritt auf, wenn etwas diese natürliche Mittellinie des Gehirns nach rechts oder links drückt. Es ist ein besorgniserregendes Zeichen nach einem Kopftrauma.

    Mittellinienverschiebung und intrakranialer Druck

    Das Gehirn hält zu jeder Zeit einen natürlichen Druck aufrecht. Der normale Druck im Schädel beträgt 5-15 mm / hg. Dieser Basisdruck wird durch den Flüssigkeits-, Gewebe- und Blutfluss im Knochenschädel erzeugt.
    Ein Kopftrauma kann den Hirndruck (ICP) sofort und signifikant erhöhen. Bei einem heftigen Schlag gegen den Kopf platzen Blutgefäße und bluten in und um das Gehirn. Da das Herz weiterhin frisches Blut in das Gehirn pumpt, beginnt sich das zusätzliche Blut anzusammeln, das aus zerbrochenen Blutgefäßen austritt. Dies erhöht den Gesamtgehirndruck und die wachsende Ansammlung von Blut, die als Hämatom bezeichnet wird, drängt gegen das Gehirngewebe.
    Andere Ursachen für einen erhöhten ICP nach einem Kopftrauma sind eine Schwellung des Gehirns an der Verletzungsstelle, ein Zustand namens Hydrocephalus, bei dem es sich um eine Ansammlung von Flüssigkeit in den Ventrikeln des Gehirns handelt, und eine Infektion.
    Eine Mittellinienverschiebung tritt auf, wenn der Druck, der durch die Blutansammlung und die Schwellung um das beschädigte Gehirngewebe ausgeübt wird, stark genug ist, um das gesamte Gehirn aus der Mitte zu schieben. Dies wird als medizinischer Notfall angesehen und ist ein bedrohliches Zeichen.

    Diagnose

    Der häufigste Test zur Identifizierung einer Mittellinienverschiebung ist der CT-Scan. In einigen Fällen ist ein CT-Scan jedoch nicht möglich, weil der Patient instabil ist oder weil häufig Messungen durchgeführt werden sollen, um das Fortschreiten einer Blutung zu verfolgen. In diesen Situationen kann die Sonographie am Krankenbett auch verwendet werden, um die Entwicklung einer Mittellinienverschiebung zu diagnostizieren und zu verfolgen.
    Bei der Bestimmung einer Verschiebung der Mittellinie werden drei wichtige Strukturen bewertet: das Septum pellucidum, der dritte Ventrikel und die Zirbeldrüse.
    • Das Septum pellucidum: eine dünne Membran, die direkt in der Mitte des Gehirns verläuft
    • Der dritte Ventrikel: Ein Raum, der mit Liquor cerebrospinalis gefüllt ist und tief in der Mitte des Gehirns liegt
    • Die Zirbeldrüse: eine kleine Drüse, die direkt hinter dem dritten Ventrikel liegt
    Die Positionen dieser 3 Hirnstrukturen dienen als Referenzpunkte auf einem radiologischen Scan. Wenn einer von ihnen nicht richtig ausgerichtet ist, bedeutet dies, dass der Druck auf eine Seite des Gehirns das Gehirn aus seiner Position drückt.

    Behandlung

    Die wichtigste Behandlung, wenn eine Verschiebung der Mittellinie vorliegt, ist die Linderung des Drucks, der das Gehirn aus dem Zentrum drückt. Wenn eine Blutentnahme die Ursache ist, z. B. ein subdurales Hämatom, ist eine Operation erforderlich, um das Blutgerinnsel zu entfernen und die Blutung zu stoppen.
    Antibiotika werden zur Behandlung von Infektionen und Steroide zur Verringerung von Entzündungen eingesetzt.

    Prognose

    In einer Reihe von Studien wurden die Auswirkungen der Mittellinienverschiebung auf die langfristigen Ergebnisse untersucht. Da eine Verschiebung der Mittellinie aufgrund von Blutungen und Druck auftritt, sind die Höhe der Blutungen, der Ort der Schädigung und das allgemeine Druckniveau des Gehirns wichtige Überlegungen.
    Wenn sich das Gehirn bewegt, verursacht dies ein Trauma für andere Strukturen, wenn sie aus ihrer natürlichen Position gezogen und gedrückt werden. Je größer die Mittellinienverschiebung ist, desto schwerwiegender sind die Komplikationen und desto größer ist das Sterberisiko.